Gemeinsam ein nachhaltiges Mobilitätskonzept erstellen!

Stellungnahme anlässlich der Versammlung am 7. August 2006.

Wir sind der Meinung, dass Echternach nur dann eine attraktive Gemeinde bleiben kann, wenn ein sich zum Verweilen und Wohlfühlen einladendes Stadtzentrum geschaffen wird. Eine wesentliche Bedingung dafür ist eine Änderung der Verkehrssituation durch ein modernes Mobilitätskonzept für ganz Echternach. Dieses Mobilitätskonzept muss gekoppelt sein mit einer Stärkung des lokalen Einzelhandels und einer zukunftsfähigen Orientierung der Tourismus- und Kulturpolitik.

Die ohne Gegenstimme gefasste Entscheidung des Gemeinderates, den Marktplatz vom 15. Juli bis zum 3. September für den Verkehr zu sperren, sorgte innerhalb der Gemeinde für reichlich Gesprächsstoff.

Für Intra Muros asbl sind die teils heftigen Diskussionen vieler Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar. Wir stellen fest:

  • Die Bürger wurden nicht am Entscheidungsprozess beteiligt.
  • Die getroffene Entscheidung ist nicht Teil eines durchdachten Mobilitätskonzeptes.
  • Die nachgereichte Information an die Bevölkerung war ungenügend.
  • Die praktische Ausführung war seitens der Gemeindeverantwortlichen mangelhaft.
  • Es gab keine fachliche Bestandsaufnahme der Ist-Situation.
  • Es gab keine Berechnungen über die Auswirkungen der Entscheidung.
  • Es gab keine gezielte Vorinformation für die Autofahrer; daher wäre ein etwas toleranteres Vorgehen der Sicherheitskräfte in einzelnen, besonderen Fällen angebracht.
  • Es gab keine aggressive Kampagne zum Erhalt des für Echternach wichtigen Motorrad-Tourismus (siehe Vorschlag Intra Muros „Echternach une commune Bikers welcome“).
  • Es gab keinen Versuch, die entstandene Situation in enger Zusammenarbeit mit allen Interessierten positiv zu nutzen.
  • Es gibt viele unbeantwortete Fragen seitens der Bürgerinnen und Bürger.

Auch wenn die Forderung eine gewisse Popularität zu haben scheint: Intra Muros kann sich aufgrund von administrativen Prozeduren wie im Gemeindegesetz festgeschrieben und der politischen Situation im Gemeinderat kaum vorstellen, dass bis zum 3. September die getroffene Entscheidung aufgehoben oder geändert werden kann. Zudem löst sie das eigentliche Problem einer dringend notwendigen verbesserten Mobilität im Stadtzentrum nicht.

Warum der Gemeinderat diese in unseren Augen vorschnelle Entscheidung traf, bleibt uns aufgrund der positiven Aussagen in der Schöffenratserklärung schleierhaft. Hier wird eine andere Entscheidungsfindung und Angehensweise angedeutet:

„Une consultation d’experts sera effectuée pour analyser en détail la situation de la circulation routière à Echternach dans toutes ses composantes (…) en vue de promouvoir, entre autres, la mobilité douce sur le territoire de la Ville d’Echternach. (…) La Commission de la Circulation sera chargée (…) de développer un plan de zones à vitesse limitée « intra muros » et dans les quartiers résidentiels. (…) L’installation des feux de circulation aux carrefours  » Knepper et Elsen sera analysée en vue d’une fluidification du trafic, surtout aux heures de pointe. »

Intra Muros asbl ist der Auffassung, dass die seit Jahren unmögliche Verkehrssituation im historischen Stadtzentrum geändert werden muss:

  • Blechlawinen erhöhen keineswegs die Attraktivität des Stadtzentrums.
  • Chaotische Verkehrsverhältnisse besonders an Wochenenden laden kaum zum Verweilen ein.
  • Seinen Kaffee im Autogestank genießen, ist alles andere denn Erbaulich.
  • Lebensqualität wird für Anrainer und Touristen klein geschrieben.

Intra Muros asbl kennt die jahrzehntelangen Diskussionen betreffend die Verkehrssituation in und um Echternach. Auch die rezente Einführung eines Parkleitsystems oder die Ankündigung „ (…) d’entamer au plus vite des discussions avec l’Etat en vue de la réalisation de la voie de délestage Charly“, ändern jedoch nichts an der Tatsache, dass Echternach immer noch kein kohärentes Verkehrs- und Mobilitätskonzept vorweisen kann.

Intra Muros asbl kann sehr wohl die Brisanz der Verkehrspolitik in den Gemeinden einschätzen. Auch in Echternach besteht eine sehr verfahrene Situation. Gewusst ist, dass es in Diskussionen um eine zukünftige Ausrichtung der Verkehrsituation und der Erstellung einer Mobilitätsstrategie, zu unterschiedlichen Erwartungen und kontradiktorischen Meinungen kommen wird.

Erfahrungswerte zeigen aber eindeutig, dass mit einer klaren und transparenten Vorgehensweise, dies unter aktiver Bürgerbeteiligung und fachlicher Begleitung, erstaunliche Resultate einer zukunftsfähigen Mobilitätsstrategie möglich sind. Das dazu notwendige Vertrauen der Bürger darf nicht verspielt werden.

Intra Muros asbl ist der Ansicht, dass nur ein unter aktiver Bürgerbeteiligung erstelltes Mobilitätskonzept für die Stadt Echternach zur Lösung vieler offen stehender Probleme beitragen kann.

In ihrer Versammlung vom 21. August, wird Intra Muros asbl Anregungen für eine konkrete Vorgehensweise zwecks Erstellung eines Mobilitätskonzeptes vorstellen.

Als Fazit fordert Intra Muros asbl seitens des Schöffen- und Gemeinderates:

  • Eine offene und wahrheitsgetreue Analyse der Auswirkungen der getroffenen Entscheidung.
  • Die sofortige politische Entscheidung, ein Mobilitätskonzept für die ganze Gemeinde zu erstellen.
  • Vorrangig soll bis Juli 2007 ein Konzept erarbeitet werden, das eine Verkehrsberuhigung des Stadtzentrums unter Berücksichtigung der verschiedenen Interessen zum Ziel hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.