Intra Muros in Burgdorf: „Wo ein Wille ist, …

… ist auch ein Weg!“ Besser als mit dem bekannten Sprichwort, können die Neuerungen im Verkehrsbereich des Schweizer Städtchens Burgdorf nicht skizziert werden.

Intra Muros asbl weilte vom 10. – 12. Januar in der „Fussgänger- und Velomodellstadt“ Burgdorf, um sich vor Ort über die Maßnahmen der 16.000 Seelen-Gemeinde im Emmental umfassend zu informieren.

Von 1995 bis 2006 sind in Burgdorf im Rahmen eines Pilotprojektes eine Reihe innovativer Modelle umgesetzt worden, die den Fuß- und Veloverkehr fördern. Es ist der Kleinstadt in der Schweiz gelungen, ein neues Verkehrsbewusstsein zu schaffen und somit zu einem veränderten Verkehrsverhalten zu führen.

Die wohl spektakulärste Neuerung in Burgdorf begann im Dezember 1996, als im vielbefahrenen Bahnhofsquartier die „Flanierzone“ erfunden wurde. Die „Flanierzone“ kann als eine Art Mitte zwischen einer klassischen Fußgängerzone und einer Tempo 30 Zone angesehen werden. Es ist eine Mischverkehrsfläche auf welcher Fussgänger flächendeckend Vortritt haben und die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge 20 km/h beträgt.

Unter dem Motto „langsam – freundlich – sicher“ wurde mit einfachen Signalisierungs- und Gestaltungselementen der Versuch gestartet. Es war ein Konsensprodukt diametral gegenüberstehender Meinungen. Einerseits wurden die Interessen des Gewerbes, wie die Erreichbarkeit der Geschäfte mit dem Auto oder die Beibehaltung von Parkplätzen und andererseits die der Umweltengagierten, mit Temporeduktion und Fußgänger vortritt berücksichtigt.

Die anfängliche Skepsis wandelte sich schnell in eine breite Akzeptanz und Zufriedenheit.

Burgdorf leistete mit dieser Idee Pionierarbeit in der Schweiz. Im Januar 2002 wird im Schweizer Verkehrsrecht die Burgdorfer Idee als „Begegnungszone“ festgeschrieben.

Bis zum heutigen Tage gibt es in der Schweiz über 300 dieser Begegnungszonen. Sie haben sich von Wohngebieten über Geschäftsstraßen bis zu Ortszentren und Bahnhofsvorplätzen bewährt.

Die Burgdorfer selbst sehen in „ihrem“ Modell eine Reihe von Vorteilen:

  • Die verschiedenen Verkehrsteilnehmer gehen freundlicher und rücksichtsvoller miteinander um. Es entstand ein angenehmes und friedliches Verkehrsklima.
  • Es entstand eine erhöhte Sicherheit durch das niedrige Geschwindigkeitsniveau.
  • Die Regeln in der Begegnungszone sind klar und einfach nachvollziehbar: Fussgängervortritt, Rechtsvorfahrt und Tempo 20.
  • Es gibt Gebote statt Verbote. Kein Verkehrsmittel wird ausgeschlossen, die Begegnungszone steht im Gegensatz zur Fußgängerzone allen Verkehrsmitteln offen.
  • Es wurde ganz klar ein Mehr an Lebens- und Aufenthaltsqualität erreicht.
  • Die Aufwertung des Ortszentrums und die Stärkung des innerörtlichen Handels sind bewiesen.

Was hat nun die Begegnungszone in Burgdorf mit Echternach zu tun?

Intra Muros ist der Ansicht, dass dieses Modell im historischen Zentrum sofort in die Wege geleitet werden soll.

Der Besuch in Burgdorf hat die Vereinigung überzeugt, dass die Idee einer Begegnungszone für Echternach realistisch und umsetzbar ist.

(Eigenbericht im Januar 2008)

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